Was sind Rubine in einem Uhrwerk?

Auf vielen Uhrwerken ist eine Angabe wie „17 Jewels“ oder „25 Rubis“ eingraviert. Gemeint sind Lagersteine – und sie haben einen sehr praktischen Zweck.

Wozu Lagersteine?

Die Achsen der Räder in einem Uhrwerk drehen sich ständig. Liefen sie direkt im Metall der Platine, entstünden Reibung und Verschleiß. Deshalb laufen die Zapfen an den wichtigsten Stellen in Lagern aus einem sehr harten, glatten Material: synthetischem Rubin. Er verringert die Reibung, hält das Öl an seinem Platz und nutzt sich kaum ab.

Echte Edelsteine?

Chemisch sind es tatsächlich Rubine – kristallines Aluminiumoxid. Seit dem frühen 20. Jahrhundert werden sie jedoch synthetisch hergestellt. Ihr Wert liegt in ihrer Funktion, nicht im Materialwert.

Wie viele sind üblich?

Ein einfaches mechanisches Werk mit Handaufzug und Zentralsekunde hat typischerweise um die 17 Lagersteine. Automatikwerke haben durch den Aufzugsmechanismus oft mehr, häufig zwischen 21 und 25. Komplikationen wie ein Chronograph erhöhen die Zahl weiter.

Sind mehr Rubine besser?

Nicht automatisch. Entscheidend ist, dass die Steine dort sitzen, wo sie gebraucht werden. Zusätzliche Steine ohne Funktion machen eine Uhr nicht hochwertiger.

Und bei Quarzuhren?

Auch Quarzwerke können einige wenige Lagersteine besitzen, da auch dort Zahnräder die Zeiger bewegen. Sie spielen hier aber eine kleinere Rolle.

Weiterlesen: Wie funktioniert eine mechanische Uhr?


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