Gangreserve, Frequenz, Amplitude und Abfallfehler einfach erklärt

Wenn wir eine mechanische Uhr auf die Zeitwaage legen, betrachten wir vor allem diese Werte. Sie verraten viel über Zustand und Qualität eines Werks.

Gangreserve

Die Gangreserve gibt an, wie lange eine voll aufgezogene Uhr ohne weiteres Aufziehen läuft. Viele klassische Werke erreichen rund 40 Stunden, moderne Werke teilweise 70 Stunden oder mehr. Wird die Gangreserve merklich kürzer, kann das ein Hinweis auf Servicebedarf sein.

Frequenz

Die Frequenz beschreibt, wie oft die Unruh schwingt. Sie wird in Halbschwingungen pro Stunde (A/h) oder in Hertz angegeben. Verbreitet sind 21.600 A/h (3 Hz) und 28.800 A/h (4 Hz). Eine höhere Frequenz kann den Gang stabiler machen und lässt den Sekundenzeiger flüssiger laufen.

Amplitude

Die Amplitude ist der Winkel, um den die Unruh von ihrer Ruhelage ausschwingt, gemessen in Grad. Eine gesunde, voll aufgezogene Uhr erreicht typischerweise deutlich mehr als 250 Grad. Eine niedrige Amplitude deutet oft auf gealterte Öle, Verschmutzung oder eine schwache Feder hin.

Abfallfehler (Beat Error)

Der Abfallfehler gibt an, wie gleichmäßig die Unruh nach links und nach rechts schwingt, gemessen in Millisekunden. Im Idealfall liegt er nahe null. Ein großer Abfallfehler lässt sich vom Uhrmacher in der Regel korrigieren.

Und der Gang?

Alle diese Werte beeinflussen den eigentlichen Gang – also wie viele Sekunden die Uhr pro Tag vor- oder nachgeht. Weil die Uhr in verschiedenen Lagen unterschiedlich laufen kann, wird sie in mehreren Positionen gemessen und reguliert.

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