Wie speichert eine Automatikuhr Energie?
Eine Automatikuhr läuft ohne Batterie und ohne tägliches Aufziehen – solange sie getragen wird. Doch wie genau gelangt die Energie Ihrer Bewegung ins Werk?
1. Der Rotor
Auf der Rückseite des Werks sitzt ein halbkreisförmiges Schwunggewicht, der Rotor. Er ist frei drehbar gelagert. Jede Bewegung des Handgelenks bringt ihn in Drehung – durch die Schwerkraft und die Trägheit seiner Masse.
2. Das Aufzugsgetriebe
Die Drehung des Rotors wird über ein Getriebe untersetzt. Bei vielen Werken sorgen Wechselräder oder ein Klinkensystem dafür, dass beide Drehrichtungen des Rotors genutzt werden können; andere Werke ziehen nur in eine Richtung auf.
3. Die Zugfeder
Das Getriebe spannt die Zugfeder im Federhaus. Dort wird die Energie gespeichert und gleichmäßig an das Räderwerk abgegeben.
4. Die Rutschkupplung
Damit die Feder beim ständigen Aufziehen nicht überspannt wird, ist ihr äußeres Ende nicht fest verankert. Ist die Feder voll gespannt, rutscht es an der Wand des Federhauses durch. So kann eine Automatikuhr nicht „überzogen“ werden.
Warum die Uhr trotzdem stehen bleiben kann
Wer sich wenig bewegt oder die Uhr nur kurz trägt, gibt dem Rotor zu wenig Gelegenheit. Dann reicht die gespeicherte Energie nicht bis zum nächsten Tragen. Abhilfe schafft ein kurzes Aufziehen über die Krone – sofern das Werk das erlaubt – oder ein Uhrenbeweger.
Weiterlesen: Automatik oder Handaufzug?
