Von der Taschenuhr zur Armbanduhr: Wie sich die Uhr verändert hat
Heute tragen wir Uhren ganz selbstverständlich am Handgelenk. Doch über Jahrhunderte war die tragbare Uhr ein Objekt für die Tasche – und die Armbanduhr galt lange als Schmuckstück für Damen.
Die Zeit der Taschenuhr
Schon im 16. Jahrhundert entstanden in Europa kleine, tragbare Uhren, die man an einer Kette oder in der Tasche trug. Sie waren anfangs ungenau und vor allem ein Statussymbol. Mit der Erfindung der Unruhspirale im späten 17. Jahrhundert wurden sie deutlich präziser. Im 19. Jahrhundert machte die industrielle Fertigung Taschenuhren für breitere Bevölkerungsschichten erschwinglich – und mit der Eisenbahn wurde exakte Zeit zur alltäglichen Notwendigkeit.
Der Weg ans Handgelenk
Im 19. Jahrhundert trugen vor allem Frauen kleine Uhren am Armband, oft als Schmuck. Für Männer blieb die Taschenuhr lange die Norm. Das änderte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Piloten, Soldaten und Sportler brauchten die Zeit auf einen Blick, ohne eine Uhr aus der Tasche ziehen zu müssen. Spätestens in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg setzte sich die Armbanduhr auch bei Männern durch.
Neue Anforderungen
Am Handgelenk ist eine Uhr Stößen, Staub, Schweiß und Wasser ausgesetzt. Hersteller entwickelten daher stabilere Gehäuse, Stoßsicherungen für die Unruh, wasserdichte Gehäuse und neue Materialien. Später kamen der automatische Aufzug und Zusatzfunktionen wie Datum oder Chronograph hinzu.
Die Taschenuhr heute
Taschenuhren sind heute vor allem Sammlerstücke und Erbstücke. Viele sind noch immer funktionsfähig – mit fachkundiger Pflege oft über Generationen. Unsere Familie arbeitet seit 1993 auch an solchen Uhren.
Mehr in unserer Geschichte der Uhr.
