Die mechanische Uhr gehört zu den bemerkenswertesten Erfindungen der Menschheit. Ihre Geschichte ist eine Geschichte der Verkleinerung und der Präzision.
Die ersten Räderuhren
Gegen Ende des 13. Jahrhunderts tauchten in Europa die ersten mechanischen Räderuhren auf – große, gewichtsgetriebene Uhren in Türmen und Klöstern. Ihre Hemmung sorgte dafür, dass sich das Gewicht nicht auf einmal, sondern in kleinen Schritten absenkte.
Die Zugfeder macht Uhren tragbar
Im 15. Jahrhundert ersetzte die Zugfeder zunehmend das Gewicht als Energiequelle. Damit wurden Uhren kleiner und schließlich tragbar.
Pendel und Unruhspirale
Im 17. Jahrhundert brachten zwei Neuerungen einen großen Sprung in der Genauigkeit: das Pendel für Standuhren und die Unruhspirale für tragbare Uhren. Beide werden unter anderem mit dem niederländischen Gelehrten Christiaan Huygens in Verbindung gebracht.
Die Ankerhemmung
Im 18. Jahrhundert wurde die Ankerhemmung entwickelt, die in weiterentwickelter Form bis heute in den meisten mechanischen Uhren arbeitet. Das 18. und 19. Jahrhundert brachten zudem Marinechronometer, mit denen sich auf See die geografische Länge bestimmen ließ.
Industrialisierung und Armbanduhr
Im 19. Jahrhundert wurden Uhren zunehmend industriell mit austauschbaren Teilen gefertigt. Im 20. Jahrhundert eroberte die Armbanduhr den Alltag, und der automatische Aufzug mit Rotor setzte sich durch.
Heute
Nach der Quarzrevolution erlebte die mechanische Uhr eine Renaissance – heute weniger als reines Messinstrument, sondern als Ausdruck von Handwerk und Tradition.
